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Summary:

 

Der schwache, feige und äußerst unbeliebte Sheriff of Nottingham lernt seine Lektionen... 


Rated: LoA-12
Categories: Sonstige Schauspieler, Matthew Macfadyen, Rollenbezogene Geschichten, Novel-length Characters: eigener m/w Charakter, Sheriff of Nottingham
Genres: Drama
Warnings: Keine
Challenges: Keine
Series: Keine
Chapters: 26 Completed: Ja
Word count: 37967 Read: 40930
Published: 06 Jan 2011 Updated: 30 Jun 2011
Story Notes:

 

Wir begeben uns weit zurück ins Mittelalter, zu "Robin Hood" (in der Version von Ridley Scott) und die ganze Aufmerksamkeit liegt hier aber auf einer Figur, die in Scotts Verfilmung leider nur eine völlig nebensächliche Rolle gespielt hat - nämlich dem Sheriff of Nottingham, der - wie sollte es anders sein - von MM verkörpert wurde. Ihm habe ich hier eine sehr tragende Rolle auf den Leib geschrieben, die in der Fortsetzung der Film-Handlung angelegt ist.
Er wurde da eher als schwacher, feiger, aber dennoch Furcht einflößender Typ geschildert und daran musste ich mich ja erst einmal orientieren.

Alle Personen und auch fast alle Orte dieser Geschichte sind real existierend, bis auf die als Legende geltenden Figuren Robin of Locksley, Marian of Locksley, die Merry Men und noch eine weitere Ausnahme, die ich dann aber erläutern werde.
Dieser Sheriff of Nottingham (SoN) hat tatsächlich gelebt, auch dieses Amt wirklich versehen, nun habe ich ihm mit Matthew Macfadyen (MM) ein Gesicht und MMs SoN aus dem Film im Umkehrschluss einen Namen gegeben.
Es ist von Vorteil, mit der Filmhandlung vertraut zu sein, jedoch nicht zwingend notwendig, man findet dann wohl rasch in die Story auch ohne Vorkenntnisse.
Zusamenhänge mit der englischen Geschichte versuche ich ebenfalls zu erklären.
Gegengelesen hat Becci, danke an dieser Stelle dafür! 

 

DISCLAIMER


Alle Charaktere, Handlungen, Schauplätze etc. von „Entgegen aller Vorzeichen“, die auf dem Film „Robin Hood" (2010/Ridley Scott)  beruhen, sind Eigentum des rechtmäßigen Besitzers Universal Pictures Inc., USA.

Die von der Autorin selbst erschaffenen Charaktere und die Handlung des Romans „Entgegen aller Vorzeichen“ sind Eigentum der Autorin.

Die Autorin ist in keiner Weise mit den Besitzern, Erschaffern oder Produzenten irgendeiner Medienkonzession verbunden.
Vorsätzliche Verstöße gegen das Urheberrecht sind nicht beabsichtigt.

© Doris Schneider-Coutandin 2010

 

1. Kapitel eins by doris anglophil [Reviews - 0] (1522 words)

 

England, zu Anfang des 13. Jahrhunderts, unter der Herrschaft von King John. Das Land ist seit ca. 150 Jahren unter normannischem Einfluss, die englischen Könige sind auch gleichzeitig die Herzöge der Normandie und Titelhalter anderer französischer Provinzen, und ein gewisser Philip Marc de Touraine (hist. verbürgte Tatsache) übt das Amt des Sheriffs of Nottingham aus... 

 

2. Kapitel zwei by doris anglophil [Reviews - 0] (1653 words)

 

Hier kommt die weitere fiktive Person ins Spiel, die jedoch Sproß einer realen Familie ist, d.h. sie ist zwar erfunden, aber ihre Vorfahren, die gesamte Familie und verwandtschaftlichen Beziehungen hat es gegeben!
Ihr Vater, Ranulf of Glanvil, war Sheriff of Yorkshire unter King Henry II (sehr interessant, "Die Säulen der Erde" lassen recht herzlich grüßen!) von 1163 bis 1176 (mit einer kurzen etwa einjährigen Unterbrechung, in der Zeit hatte er das Amt eines Sheriffs von Lancashire inne), von 1177 bis 1180 war er Justitiar von König Henry II und von 1180 bis 1189 sogar Oberster Justitiar (und "The King's Justice" läßt ebenso vielmals grüßen!, auch wenn dies zu einer anderen Zeit spielte). Neffe Ranulfs of Glanvil war Hubert Walter, seines Zeichens Erzbischof von Canterbury von 1193 bis 1205, also teils noch unter Richard I.
Dies alles kommt nun hier und in den Folgekapiteln immer mal wieder zur Sprache.

Anmerkung: 'Pepper Harrow' ist das Anwesen der Locksleys aus der Ridley-Scott-Verfilmung 2010. Dies ist weitgehend fiktiv, bezeichnet jedoch in der Tat einen Hügel in der Grafschaft Surrey, wo ein großer Teil der Filmdreharbeiten stattfand.

3. Kapitel drei by doris anglophil [Reviews - 0] (1462 words)

 

Ein paar Erläuterungen dazu, denn heute wird zum ersten Mal der Fakt erwähnt, dass King John im Zug der Feindseligkeiten mit Frankreichs König Philip II einiges an Territorium hatte einbüssen müssen. Schon von jeher von seinem Vater Heinrich II beim Aufteilen des Erbes nur spärlich bedacht, erlangte er zwar durch Heirat einiges wieder, erkämpfte sich auch bei kriegerischen Auseinandersetzungen das Poitou, verlor aber dann das Kernland der britischen Krone, nämlich die Gebiete Anjou, Touraine und die Normandie, sowie später noch die Gascogne. Ihm blieb eigentlich nur noch Aquitaine.
Die englischen Könige waren damals immer auch mit französischen Titeln bedacht, so meist Herzog von Aquitaine oder Herzog von Guyenne.
Diese Konflikte - mal mehr, mal weniger - zogen sich im Prinzip (eigentlich noch länger, aber wir wollen mal nicht pingelig sein) bis ins Jahr 1429 hin, bis eine gewisse Jeanne D'Arc den Franzosen zu Hilfe kam.


Drei Fremdwörter kommen vor, die ich hiermit auch erkläre:
Rise - Kopfschleier, der das Haupt komplett bedeckte
Gebende - Kinnschleier, oftmals recht eng anliegend getragen
Schapel - teils reichverzierter, kronen-ähnlicher Kopfschmuck, der fest aufsaß und alle Schleier darunter hielt. Kann aber auch einfacher Machart sein, je nach Anlass. (Dazu gibt es bei diesem Kapiteleintrag im Forum Beispielbilder).

4. Kapitel vier by doris anglophil [Reviews - 0] (1492 words)

 

Heute lernen wir, weswegen sich der SoN oftmals so feige verhalten hat: Er kann nämlich nicht vernünftig mit dem Schwert umgehen. Es hat ihm wohl niemand beigebracht bzw. es wurde keinen Wert darauf gelegt. Seiner Mutter war eine Bildung in Lesen, Schreiben, Rechnen und Sprachen wichtiger, sein Vater verstarb viel zu früh, um ihn in die Kriegskunst einweisen zu können. Anscheinend musste Philip Marc in sehr jungen Jahren bereits in Dienste anderer treten, aber stets nur als Mann der administrativen Dinge, nicht als Söldner oder gar Ritter.
 

5. Kapitel fünf by doris anglophil [Reviews - 0] (1365 words)

 

Es ist in diesem Kapitel die Rede von der französischen Sprache, die bereits zu Anfang erwähnt wurde. Es verhielt sich damals aber so, dass in England selbst kein Englisch wie wir es heute kennen gesprochen wurde. Die Sprache war durchsetzt von schweren Dialekten, teils geprägt von der Herrschaft von fremden Völkern aus Norden und Osten, teils durch das Gälische beeinflusst . Die Normannen sprachen sowieso ihr Französisch (auch das unterschied sich damals vom heutigen Französisch, auch da herrschte Sprachenwirrwarr wie Bretonisch, Okzitanisch und Ähnliches). Deswegen ist die Sache hier sehr vereinfacht dargestellt und auch so, wie wir es uns eben allgemein vorstellen: Engländer sprechen Englisch, andere (wie Franzosen halt) sprechen ihre Sprache. Nur eben, dass es nicht so ganz der Realität entsprach, das wollte ich hiermit erwähnt haben.
Auch wird hier angemerkt, dass Philip Marc schon zweimal kurz bei Hofe war. Dies sollte man sich vor dem Hintergrund vorstellen, dass seine Mutter sicher dafür gesorgt haben dürfte, dass er - vor allem wegen seiner Herkunft - dieses Privileg wahrscheinlich einmal im Knappenalter gehabt hatte und später war es ganz sicher seine Ernennung zum Sheriff, die ihn kurz zu seinem Souverän und dessen engste Hofhaltung geführt hat.

6. Kapitel sechs by doris anglophil [Reviews - 0] (1176 words)

 

Nichts fällt einem Mann auch heute noch so schwer, wie Farbe bezüglich seiner Schwächen und Unzulänglichkeiten zu bekennen. Damals war es ganz bestimmt noch eine ganze Ecke schwieriger, da das Bild eines Mannes natürlich ein völlig anderes war. Männer mussten körperlich fit sein; kämpfen zu können war einfach mit eine Grundvoraussetzung für Erfolg und Anerkennung in bestimmten Kreisen, andernfalls galt man als einfacher Bauer oder als Schwächling. Der sichere Umgang mit dem Schwert war darüber hinaus oftmals lebensrettend und nicht wenige Knaben erhielten die ersten Lektionen darin noch bevor sie einen ordentlichen, zusammenhängenden Satz sprechen konnten. Mangelnde Kampfkunst konnte man z.T. durch gehobene Bildung (und die Ausübung eines gelehrten Berufs) ausgleichen, aber es blieb einfach ein Manko.
Der SoN erhält also nicht nur eine Lektion beim Schwertkampf sondern erlernt ebenso einen für seine innere Entwicklung wichtigen Schritt, nämlich ehrlich zu sich selbst und zu anderen zu sein! Dass ihn das zwar zuerst schwach erscheinen lässt, wurmt ihn, aber die Nachhaltigkeit dieser Einsicht wird ihm vielleicht später einmal zugute kommen. Dies wird weitgehend Inhalt der nächsten beiden Kapitel (heute und nächste Woche) sein.

7. Kapitel sieben by doris anglophil [Reviews - 0] (1401 words)

 

Ein paar Dinge zeigen nun langsam Wirkung, aber natürlich geht nichts übers Knie zu brechen. Vielleicht hilft es auch Philip Marc, das er nun Abstand von Leslie of Glanvil bekommt und er sich von ihr verabschieden muss. Manche Sachen müssen sich halt auch erst einmal gedanklich setzen.
Die Kampfsequenzen habe ich so authentisch wie möglich geschildert, da ich selbst sowohl Schwertkampf- als auch Fechtunterricht hatte.
 

8. Kapitel acht by doris anglophil [Reviews - 0] (1782 words)

 

Nicht nur die Örtlichkeit wechselt, auch die Ereignisse nehmen nun deutlich an Tempo auf und es gibt Wendungen, die vielleicht so nicht zu erwarten waren.
Historisch gesehen hat alles natürlich seine Grundlage und ist ziemlich authentisch, bis auf den Umstand, dass Königin Eleanor bereits tot war, als Stephen Langton Erzbischof von Canterbury war. Das habe ich hier ein bisschen "verwischt", also bitte diese Sache großzügig betrachten.
Der Palast von Lambeth ist noch heute der Sitz des Erzbischofs von Canterbury und wird von ihm zu repräsentativen Zwecken genutzt. Dass der White Tower die Hauptresidenz des Regenten damals war, dürfte klar sein, denke ich.
 

9. Kapitel neun by doris anglophil [Reviews - 0] (1588 words)

 

Ein Seneschall ist ein sehr ranghoher Beamter, der in der Verwaltung des Königreichs tätig war. Hier trifft das auf William Marshal zu, der dieses ehrenvolle und hohe Amt bekleidete.
 

10. Kapitel zehn by doris anglophil [Reviews - 0] (1349 words)

 

Historisch wird hier nun ein weniger näher auf London als damals noch recht junge Hauptstadt eingegangen. William I (der Eroberer) hat die Hauptresidenz von Winchester nach London verlegen lassen und dort drei Festungen entlang der Themse errichten lassen, von denen heute nur der Tower erhalten ist. In diesem Kapitel werden aber auch die beiden anderen Forts erwähnt.
Außerdem baute man damals die London Bridge aus Stein, sie war die einzige Brücke über den Fluss. Vorher bestand sie aus Holz, dieser Umstand führte allerdings dazu, dass die Brückenkonstruktion mehrere Male in Flammen aufging, weswegen man sich entschloss, eine dauerhafte Lösung aus Stein zu errichten.
Ansonsten wird London so anschaulich wie möglich geschildert, die Stadt war zu der Zeit noch recht überschaubar. William Marshal weist auch darauf hin, dass die königlichen Residenzen künftighin auch Teile um die Westminster Hall (und die Kirche St. Margaret) ausgedehnt würden, was dann ja auch alsbald als Palast von Westminster zu einem wichtigen Königspalast wurde.

11. Kapitel elf by doris anglophil [Reviews - 0] (1292 words)

 

Es knistert und dennoch... alles in allem eine Achterbahn der Unsicherheiten.
Es gibt einen Grundriss von Lambeth Palace bzw. dem Areal, nach dem ich hier vorgegangen bin (es ist nicht einfach, sich auf der alten Karte zurechtzufinden) und ich habe zwei Bilder (im Forum) dazu gelegt, auch wenn diese natürlich nicht das korrekt Bild des MAs vom Lambeth Palace zu Zeiten King John's wiedergeben

12. Kapitel zwölf by doris anglophil [Reviews - 0] (1762 words)

 

Nun noch ein paar Worte zu Stephen Langton, dem damaligen Erzbischof von Canterbury, dessen Amtsvorgänger ja Hubert Walter war, der echte Cousin unserer "erfundenen" Leslie of Glanvil. Langton war ein sehr gelehrter Mann, er hatte in Paris studiert und die Einteilung der lateinischen und griechischen Bibel in Kapitel wie wir sie heute noch kennen stammt von ihm.
Ich habe ihn hier aus dramaturgischen Gründen etwas anders dargestellt, denn in Wirklichkeit war er King John ja dermaßen verhasst (er war gegen dessen Willen vom Papst in dieses Amt erhoben worden), dass er über einen großen Zeitraum hinweg gar nicht in England lebte, sondern in der französischen Zisterzienser-Abtei Pontigny. Erst nachdem man John Lackland exkommuniziert hatte und diesem mit der Übernahme des Landes durch den fanzösischen König Philippe II drohte, durfte Stephen Langton endlich in seine Diözese zurückkehren. Der Konflikt zwischen King John und dem Erzbischof wird in dieser Story zwar thematisch angerissen, folgt aber historisch nicht ganz den Fakten. Dafür entschuldige mich, es diente jedoch der Handlung des Romans anderweitig ungemein.

13. Kapitel dreizehn by doris anglophil [Reviews - 0] (1167 words)

 

Die Themse war lange Zeit ein ziemliches Hindernis. Zuerst überspannte eine Holzbrücke den Fluss, die aber sehr oft in Flammen aufging und somit im Hoch-Mittelalter den Anforderungen einer großartigen Hauptstadt nicht mehr entsprach. Daher ließ man zur Zeit von King Henry II und Richard I endlich eine Steinbrücke errichten, um dem wachsenden Verkehr mit Kutschen, Pferden, Gespannen usw. Herr zu werden.
Die Bauzeit dieser Brücke betrug sage und schreibe 33 Jahre, man musste den damals noch riesigen Gezeitenhub erst architektonisch und bautechnisch in den Griff bekommen, und erst 1209 konnte sie von King John eröffnet werden. Die Rede ist natürlich von der sagenhaften London-Bridge, die jahrhundertelang der einzige Übergang über den Fluss war.
Deswegen war es durchaus üblich und ein einträgliches Geschäft (vor allem natürlich während der Bauzeit), dass Fährleute ihre Dienste anboten. Außerdem gab es eine weitere Möglichkeit von einer Flussseite auf die andere zu kommen, und zwar konnte man bei Ebbe durch eine Furth den Fluss durchqueren. Wo genau die historische Furth von Londinium lag, ist trotz längerer Recherche nicht mehr genau auszumachen. Der Einfachheit halber habe ich diese nun unweit Lambeth Palace gelegt, was aber wahrscheinlich nicht korrekt sein dürfte.

14. Kapitel vierzehn by doris anglophil [Reviews - 0] (1497 words)

 

Heute redet der Erzbischof von Canterbury mal Tacheles!

15. Kapitel fünfzehn by doris anglophil [Reviews - 0] (1307 words)

 

Vielleicht läuft die Sache doch nicht so rund wie man sich das allgemein wünscht... aber ein bisschen Romantik habe ich halt aufkommen lassen.

16. Kapitel sechzehn by doris anglophil [Reviews - 0] (1813 words)

 

Gut, es geht ein wenig voran mit den Beiden... so nach dem Motto "zwei Schritte vor und einen wieder zurück". Im Prinzip ist es nur Lady Leslies Engelsgeduld zu danken, dass die Sache einen weiterhin positiven Verlauf nimmt. Und es könnte sein, dass am Horizont Gewitterwolken aufziehen...

17. Kapitel siebzehn by doris anglophil [Reviews - 0] (1762 words)

 

Natürlich hat King John nur Abartigkeiten im Sinn.
Ich muss dazu erläutern, dass es das "Ius Primae Noctis" an und für sich überwiegend in der Literatur und in anhängigen Genres (wie z.B. Film) gibt. Die Geschichtsschreibung und die Überlieferungen sind sich darüber nicht ganz einig, es darf aber als Fakt angenommen werden, dass so mancher Feudalherr sich dieses Privileg herausgenommen hat, ob rechtlich fundiert oder nicht.
Es wurde z.B. in "Braveheart" thematisiert und so habe ich es auch eingebaut, weil ich fand, dass John Lackland ein Mensch war, der auf so etwas mit Genuss, Schadenfreude und vor allem aus reiner Bösartigkeit bestanden hätte.
Es geht also gehörig rund und es ergibt sich eine unschöne Wendung...

18. Kapitel achtzehn by doris anglophil [Reviews - 0] (1201 words)

 

Ja, nun haben wir den Salat! Der König hat böse zurückgeschlagen und jetzt sind der SoN und Lady Leslie absolut überraschend miteinander verheiratet, wenn auch rüde getrennt - er wurde eingekerkert und sie steht unter Hausarrest. Was soll nun werden? 
Lady Leslie zerbricht sich den Kopf darüber und kommt darüber sogar in den Genuss einer Art von "Aufklärungsgespräch". Sicherlich dürfte sie nicht gänzlich unbedarft sein, aber sie ist noch nicht völlig im Bilde über so manche Vorgänge, sie hat ein klein wenig Informationsbedarf.

19. Kapitel neunzehn by doris anglophil [Reviews - 0] (1325 words)

 

Alles nicht so einfach, nicht wahr?
Zum Glück haben die beiden Unglücksraben ein paar Leute, die ihnen Rückendeckung verschaffen. Ob das jedoch reicht, um King John von seinem irren Vorhaben abzubringen, ist natürlich fraglich.
Dennoch nimmt nun der Erzbischof selbst die Fäden in die Hand, und da er ein erklärter Intimfeind des Königs ist, ist die Gelegenheit günstig, dem herrischen Despoten mal zu zeigen wo es langgeht. Das Gelingen dieser Mission ist allerdings mehr als ungewiss. Dennoch ruhen so einige Hoffnungen auf dem klugen und feinsinnigen Kirchenmann.

20. Kapitel zwanzig by doris anglophil [Reviews - 0] (1849 words)

 

Heute wird es wieder ein klein wenig geschichtlicher. Zunächst wird die Abtei von Fontevraud (die alte Schreibweise ist jedoch "Fontevrault", die ich so auch im Text übernommen habe) erwähnt, dazu verlinke ich deren Internet-Seite http://www.abbayedefontevraud.com/v3/ .

Ich habe diesen Ort schon besucht und war damals höchst beeindruckt von der gesamten Anlage, die etwas Magisches an sich hat, vor allem aber von den Grabmalen der Hoheiten und Majestäten, darunter Richard I. Löwenherz und eben Eleanor von Aquitanien.

Sie hatte ein sehr unruhiges Leben, auch wenn sie im Film meist als ein ruhender Pol dargestellt wird, ging alles um sie herum doch recht turbulent zu. Ihr Gatte, Henry II (schlage den Bogen zu "Die Säulen der Erde" - er ist dort aufgetreten als Sohn von Kaiserin/Königin Matilde bzw. Maud) wuchs ja überwiegend im Anjou auf, durch seine Heirat mit Eleanor kamen Besitztümer wie die Touraine (aha!) und die Gascogne hinzu. Das Land ging dann ja später wieder unter King John verloren, daher sein etwas unschöner Beiname "Ohneland" (Lackland). Ich möchte nicht zu stark ins Detail gehen, aber Henry II. setzte seine Frau gefangen, als sie sich gemeinsam mit Richard und John gegen ihn erhob. Späterhin wandte sich John, der sie damals unterstützt hatte, gegen sie und drohte ihr gleichfalls mit Verbannung, wenn sie ihn nicht ohne Vorbehalte gewähren lassen würde. Es stand also nicht einmal die engste Familie loyal zueinander, schwierige Zeiten voller Konflikte... 

Außerdem wird in diesem Kapitel einiges in französischer Sprache gesprochen, wozu ich hier die Übersetzung liefere:

„Bonsoir, mon Lord.“ = "Guten Abend, Mylord."
„Bon… bonsoir, Votre Majesté.“ = Gu... guten Abend, Eure Majestät."
„Je vous en prie, mon Lord." = "Ich bitte Euch, Mylord."
"Au revoir, mon Lord de Touraine. Je suis très, très attristée que mon fils, Le Roi Jean, a perdu tous les terres dans votre et dans ma patrie. Jean Sans Terres - cela en dit long. » = "Auf Wiedersehen, Mylord Touraine. Ich bin sehr, sehr betrübt, dass mein Sohn, King John, alle Ländereien in Eurer als auch meiner Heimat verloren hat. John Lackland - der Name ist Programm."
« Au revoir, Madame. » = "Auf Wiedersehen, Madame."

21. Kapitel einundzwanzig by doris anglophil [Reviews - 0] (1802 words)

 

Nun beginnt ein recht spannender, abenteuerlicher Teil. Die Schwertkampf-Einheiten, die der SoN für sich einübt, sind selbstverständlich absolut authentisch.
Das Tor von Aldersgate ist eines der Stadttore in der Stadtmauer Londons, die bereits zu Teilen von den Römern herstammte. Es war in Nutzung bis ins Jahr 1761.
Smooth Fields ist das heutige Smithfields, wo im Mittelalter ein großer Viehmarkt war und es heute noch eine tolle Markthalle mit Waren von A bis Z gibt. Auch waren Hinrichtungen früher dort sehr populär, noch bevor man den Tower für solche Spektakel für sich entdeckte. Hier wurde im Jahr 1305 auch der schottische Nationalheld William Wallace gehängt, ausgeweidet und gevierteilt.
Dass Eldon und andere leichtes Spiel haben, sich als Wache am bzw. im Tower rekrutieren zu lassen, liegt sehr wohl im Bereich des Möglichen. Es herrschte eine hohe Fluktuation, dem die Verantwortlichen gar nicht recht Herr werden konnten; viele wurden krank, starben oder mussten aufs Land, um Verwandten zu helfen oder in irgendwelche Schlachten ziehen. Wachposten konnte man also gar nicht genug haben. Wenn daher kräftige, willige Männer dafür vorsprachen, wurden sie in der Regel auch genommen, denn sie galten eben auch als guter Nachschub für die Soldaten.

22. Kapitel zweiundzwanzig by doris anglophil [Reviews - 0] (1581 words)

 

Mit ein bisschen Mut, List und Tücke konnten auch zwei Frauen zur damaligen Zeit so einiges bewirken... man musste sich nur trauen! Selbstverständlich kann man den schweren Dialekt hier nur andeutungsweise auf Deutsch wiedergeben, wäre es im Original gesprochen und kämen die Worte in rascher Abfolge, würde es von uns kaum jemand verstehen, denke ich mal.
Dann noch ein Wort zu Hollow Bourne, das im Text erwähnt wird: Dem entspricht das heutige Holborn in Camden, London (nahe dem British Museum, oder auch - bekannter für manche von euch - in Holborn gelegen: Freemasons Hall, die dem MI5 HQ in "Spooks" entspricht). Der Name bedeutet "hohler Bach" und steht wahrscheinlich für einen Teilabschnitt des River Fleet, der durch einen sehr tiefen Einschnitt dort in der Gegend fließt/floß (nach seiner Begradigung und Kanalisierung eben nicht mehr). Smithfields, das im letzten Kapitel eine Rolle spielte, ist nicht sehr weit, ebenso ist die Entfernung zur Themse gut zu Fuß bewältigbar. Zum Tower muss man schon ein gutes Weilchen gehen (ca. zwei Meilen), aber im MA war das ja weniger ein Problem als heute.

23. Kapitel dreiundzwanzig by doris anglophil [Reviews - 0] (1303 words)

 

In diesem Kapitel stetht natürlich die Befreiung des SoN aus dem Tower im Mittelpunkt.
Es werden einige der Merry Men namentlich genannt, die - laut Überlieferung und wenn man halbwegs zuverlässigen Quellen glaubt - mindestens aus den folgenden Personen bestanden: Little John, der den Posten eines Hauptmannes innerhalb dieser Gruppe innehatte, Much Miller, Will Scarlett, Arthur A'Bland, Will Stutely, David of Doncaster, Friar Tuck und Allan A'Dale plus natürlich Marian.

24. Kapitel vierundzwanzig by doris anglophil [Reviews - 0] (1264 words)

 

In London können sie alle nach den erfolgreichen Fluchtversuchen und dem Verhelfen dazu natürlich nicht bleiben, also müssen alle so rasch wie möglich die Rückreise nach Nottinghamshire oder weiter nach Norden - je nachdem - antreten. Dennoch kommt so ein bisschen Romantik auf, trotz der Krankheit von Lady Leslie...  

25. Kapitel fünfundzwanzig by doris anglophil [Reviews - 0] (1487 words)

 

Aber nun geht es hier mit großen Schritten dem Ende zu...  und es kommt, wie es kommen muss...    
Es mag sehr idealisiert und romantisiert sein, aber natürlich zeigt es auch auf, wie sehr sich der SoN zu seinen Gunsten verändert hat, wie aus einem ungehobelten Menschen ein zart-liebender Gatte werden kann und wie wichtig u.U. die richtige Frau bei so etwas ist.

26. Kapitel sechsundzwanzig by doris anglophil [Reviews - 0] (765 words)

 

Das war's nun leider! Das Ende ist hiermit gekommen... aber es ist natürlich ein schönes Ende, wie sich bereits in den letzten beiden Kapiteln angedeutet hat.
Hier kommt nun die komplette Wandlung des SoN klar hervor, die sogar (in Andeutungen zumindest) soweit geht, dass er sich mit den Idealen der Outlaws eines Sinnes erklärt und sich gegen die Regentschaft von John wendet. Das alles mündet - und da schlagen wir wieder ansatzweise den Bogen zum Ridley Scott Film - im Unterzeichnen der Magna Carta.
Diese wurde am 15. Juni 1215 in Runnymede (Grafschaft Surrey) unterzeichnet und vom König - nicht ganz freiwillig - feierlich besiegelt. Dem zuvor gegangen waren Aufstände der Barone durch das Land, nach der Unterzeichnung erneuerten sie jedoch ihren Treueid auf King John, was aber die Unzufriedenheit nur kurz beilegte. Die Aufstände ließen erst mit dem Tod Johns im Oktober 1216 nach.
Es ist erwiesen, dass Stephen Langton in seiner Eigenschaft als Erzbischof von Canterbury und Kardinal Roms die Unterschrift eines der Adeligen bezeugt hat (es ist auch belegt, von welchem, aber hier greift meine künstlerische Freiheit halt) und so ist es in diesem Kapitel natürlich die Unterschrift von Philip Marc de Touraine. Der wiederum wird im Original-Dokument leider anderweitig benannt, aber das lassen wir mal großzügig außer Acht und nehmen es so, wie es nachfolgend beschrieben ist!