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Der kleine Junge begann zu weinen, dahin war sein kleines Kunstwerk. Lilly versuchte ihn tröstend in den Arm zu nehmen, allerdings wehrte er sich dagegen. Also ließ sie ihn in Ruhe und setzte sich wieder auf ihren Platz. Nach fünf Minuten hatte der Junge immer noch nicht aufgehört zu weinen und Lilly begann sich langsam dafür zu schämen. Schließlich war sie nicht ganz unschuldig daran, dass sein Bild verbrannt war. Nun trat jedoch die Frau vom Nebentisch an Jim heran, um ihn zu trösten und tatsächlich lächelte der Junge, als sie ihm eine Träne von der Wange wischte.
„What could I do that he will stop crying?“, fragte sie nun an uns gewandt. Schnell übersetzte Lilly.
“Ach, Jim beruhigt sich bald wieder.”, winkte Kim ab. Wieder übersetzte Lilly, dieses Mal jedoch für die Frau auf Englisch.
Doch so schnell ließ sich die Frau nicht abwimmeln. „Hätte er vielleicht Lust für einen Tag ein Musketier zu sein?“
Lillys Mund klappte unfreiwillig auf. Ein Tag am Set des neuen Musketier Films? Jim musste einfach ja dazu sagen und hoffentlich dürfte zumindest eine Begleitperson mit, immerhin war Jimi noch minderjährig. Dann könnte sie Luke auch beruhigt um ein Foto bitten, so zu sagen als Erinnerung, vielleicht würde er sie dafür ja sogar in den Arm nehmen. Doch Lilly begann schon wieder sich Dinge auszumalen, die viel zu unwahrscheinlich waren. Das Angebot der Frau wurde schnell diskutiert und natürlich wollte Jimi ein Musketier sein.
„Na gut, da Jimi so gerne möchte, nehmen wir das Angebot dankend an.“, antwortete Kim der Frau. Diese lächelte nun.
„Dann kann der junge Mann seine Tränen jetzt wegwischen und wieder fröhlich sein. Ich rufe kurz meinen Mann an und frage, ob wir das ganze vielleicht gleich morgen machen wollen.“
Damit griff sie sich aus ihrer Handtasche ihr iPhone und ging vor die Tür um dem Restaurantlärm zu entgehen. Lilly war noch immer total perplex, konnte das wirklich sein? Am liebsten hätte sie jemanden gebeten sie zu kneifen, doch wie würde das aussehen! Sie versuchte tapfer ihre Fassung zu wahren. Es dauerte nicht lange, bis die Frau auch schon zurückkam. Dieses Mal zog sie sich ihren Stuhl von dem anderen Tisch an Lillys heran und setzte sich.
„Also, wenn ihr wollt, könntet ihr gleich morgen vorbei schauen.“
Lillys Ungeduld wuchs, wen meinte sie mit ihr? Durften sie zu sechst kommen oder doch nur Jimi mit Begleitung? Und auf einmal sah sie Luke grinsen, er grinste sie an! Oh Gott, hatte er erraten, was in ihr vorging? Sofort begann ihr Herz wieder zu rasen. Umso schneller versuchte sie sich wieder auf die Frau zu konzentrieren.
„Um neun am Schloss Neuschwanstein und dann gebe ich euch noch meine Handynummer. Ruft mich an, wenn ihr da seid, dann hole ich euch rein. Ansonsten werdet ihr Schwierigkeiten haben überhaupt auch nur in die Nähe des Sets zu kommen."
Lillys Vater zückte gleich sein Handy, ließ sich Nummer und Name vorsagen und speicherte es ein.
„Super, dann sehen wir uns morgen. Und keine weiteren Tränen mehr, junger Musketier!“, wand sie sich nochmal an Jimi.
Dieser nickte freudestrahlend. Ganz aufgeregt, als die Schauspielerin Milla Jovovich sich wieder weg setzte, wand Lilly sich an ihre Familie.
„Aber… dürfen wir alle dahin?“
„So habe ich das jetzt verstanden.“, antwortete Kim ihr.
Lilly konnte ein breites Grinsen nicht mehr unterdrücken, all die Glückshormone, die bis zu diesem Moment eher im Hintergrund waren, traten nun aus ihr hervor. Sie genoss das Essen, mit der Gewissheit, dass Luke sich nur einen knappen halben Meter hinter ihr befand und sie ihn am nächsten Tag schon wieder sehen würde.

Ihnen wurde gerade der Nachtisch serviert, als hinter Lilly ein Rascheln ertönte. Luke, Milla und noch zwei weitere Schauspieler zogen sich ihre Jacken an. Dann trat Milla nochmal an ihren Tisch heran.
„Dann sehen wir uns morgen. Ich wünsche euch noch einen schönen Abend.“
Während Milla die Aufmerksamkeit der Familie auf sich zog, fühlte Lilly, wie an ihrer Jacke geruckelt wurde. Sie drehte sich leicht um. Genug, um sehen zu können, wie Luke Evans etwas in ihrer Jackentasche verschwinden ließ. Als dieser bemerkte, dass seine Aktion nicht unentdeckt geblieben war, trotz Millas Ablenkungsversuch, schenkte er Lilly noch ein letztes Lächeln, dann verschwand er schnellen Schrittes mit Milla aus dem Restaurant.
„Hey Lilly, du wirkst ja noch aufgewühlter als am Anfang des Essens, was ist los? Du freust dich jetzt bestimmt auf morgen, oder?“, sprach Kim sie an, als sie bemerkt hatte, wie Lilly begonnen hatte nervös an ihrer Jacke herum zu pfriemeln. Sie konnte es kaum abwarten endlich in ihre Tasche gucken zu können. Das einzige, was sie durch das tasten herausfinden hatte können, war, dass es ein Zettel war.
„Und wie ich mich freue!“, gab sie lächelnd als Antwort. Doch noch mehr freute sie sich im Augenblick darauf, endlich auf den Zettel gucken zu können. Da kam ihr die einfachste Möglichkeit in den Sinn. Sie fischte, so unauffällig wie möglich den Zettel aus der Jackentasche und steckte ihn sich in ihre Hosentasche.
„Ich geh mal kurz für kleine Mädchen.“
Eilig stand sie auf und ging zu den Toiletten, im Vorraum verharrte sie und zog den Zettel hervor.



To be continued
Angel ist Autor von 2 anderen Geschichten.



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