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Author's Chapter Notes:
Salome vs. die Polizei








30.

„Geht es Ihnen gut Miss? Der Besitzer dieser Bar hat gerade angerufen und berichtet, dass eine junge Frau von einem gefährlich aussehenden, bärtigen Mann gewaltsam entführt worden sei und dass besagter Mann von 2 anderen Männern begleitet sei. Handelt es sich dabei um Sie?“

Salome rollte mit den Augen und sprach:
„Sehe ich für Sie aus wie ein Wildschwein? Oder wie ein Hafersack? Oder wie ein Neandertalerweib? Nein? Dementsprechend geht es mir dann auch.

Und ist der hier unter mir bärtig? Und sind diese beiden Männer?

Und vor allem sehen sie hier noch andere Frauen die eindeutig gegen ihren Willen verschleppt worden sind?“
Der Polizist schwitzte unter seiner Uniform, er hasste Ironie weil er sie nur selten verstand und doch wusste er, dass diese Frau gerade Ironie angewandt hatte, oder zumindest glaubte er das.

„Ehm, ich muss Sie bitten die Frau freizulassen Sir, weil ansonsten muss ich auf sie schießen. Miss würden Sie mir bitte aufs Revier folgen. Außer Sie sind zu erschöpft.

Ich muss die drei Herren auch in Gewahrsam nehmen. Kann jemand Sie abholen Miss?“
Er leierte die Prozedur wirr und nervös runter.

Richard machte keine Anstalten Salome runter zu lassen, denn mit ihrem Glück wäre sie noch gefallen und hätte sich das Genick gebrochen.

„Sir, ich bitte Sie erneut Ihre Geisel loszulassen, ansonsten muss ich Sie erschießen.“
Er entsicherte den Revolver und Salome riss sich los, ging furchtlos auf ihn zu, sicherte die Waffe wieder und steckte sie in das dafür vorgesehene Halfter.

„Machen Sie sich doch nicht lächerlich. Sie werden Richard doch jetzt nicht erschießen.“ Lächelte sie grimmig.

„Miss? Kennen Sie den Mann?“

„Why, yes. He’s my neighbor.“ Sprach sie etwas verwundert und dem Polizisten rutschte der Kiefer automatisch runter.

 

Kevin Riley hatte die Polizeischule besucht, weil sein Vater und sein Großvater schon Polizisten gewesen waren und das einfach Tradition war.

Aber dass sein erster Einsatz so ein Chaos sein würde, hätte er niemals erwartet.

Das Opfer schien weder verwirrt noch verängstigt, ganz im Gegenteil, sie war scharfzüngig und geistesgegenwärtig und allein diese Tatsache machte ihn unsicher.

Der Angreifer war erstaunlich groß, genau wie die beiden Männer die bewegungslos neben ihm standen.

Würde er es mit allen dreien aufnehmen können?

Er bat den Mann die junge Frau freizugeben, doch als er die Waffe mangels einer positiven Reaktion entsicherte kam ihm das Opfer entgegen und schalt ihn.

Im Ernst, sie schalt ihn dafür, dass er sie retten wollte.

Und sie kannte ihren Angreifer, der ihr Nachbar war.

Was ging denn hier vor?

Er hob die Taschenlampe und wäre fast in Ohnmacht gefallen. Kreuzdonnerwetter.


Richard blinzelte gegen das grelle Licht an das aus einem schwarzen Zylinder kam, ah ja, es war eine Taschenlampe und nicht der Mond der gerade explodiert war, dachte er verwirrt.

Musste das denn wirklich jetzt sein?

Wie hatte er es nur wieder geschafft sich in eine solche Situation zu bringen?
Salome stand etwas seitlich und sah das fassungslose Gesicht des jungen Beamten.

Erst jetzt wurde ihr bewusst wie schrecklich gefährlich das hier für die Karrieren der Männer sein könnte, allein das Gerücht, dass sie einer Frau Gewalt angetan hatten könnte sich als fatal erweisen.

Sie hatte doch nie um Polizei gebeten, es war doch alles wieder gut oder?

Salome war alles außer einem Feigling und sie würde die Suppe die sie sich und den Andern eingebrockt hatte auch wieder auslöffeln, schwor sie sich und ging entschlossen auf den Polizisten zu bis ihre Brust die Seine berührte.
„Mir geht es gut, ich muss aber mit Ihnen sprechen.“ Wisperte sie sinnlich und legte ihre Hand auf seine Schulter.

 

„Ich besorge Ihnen ein Autogramm wenn Sie es einrichten könnten niemandem gegenüber verlauten zu lassen wen sie genau hier vorgefunden haben.“

Kevin schwitzte, die kühle Feuchtigkeit rann ihm die Wirbelsäule entlang.

Diese Sirene hatte es geschafft sich von 3 Stars entführen zu lassen und vielleicht war das ihr Plan oder sie hatte einen Komplizen, aber das konnte doch nicht sein, da sie ihn offensichtlich darum bat ihr Geheimnis für sich zu behalten.

Oder war das nur ein Trick damit er es besonders laut und oft ausplauderte?

„Miss, ich kann Ihnen nicht ganz folgen.“ Stammelte er also verzweifelt.

„Hören Sie Mister, ich bin sicher Sie machen das noch nicht so lange und ich gebe zu, dass dies nicht das erste Mal ist, dass ich mit der Polizei zu tun habe.

Also ich bitte Sie darum einfach nur im Revier zu sagen, dass die Sache sich erledigt hat und dass eine Betrunkene von einem guten Bekannten nach Hause geholt wurde.“

Kevin rann der Schweiß nun auch in die Augen und er blinzelte tapfer dagegen an während seine modische Frisur in sich zusammenfiel und ihm im Nacken klebte.

„Aber…das wäre gelogen, Sie sind nicht betrunken und…“

„Ich habe einen Whiskey getrunken, Sie sollten mir jetzt sagen, dass ich nicht in diesem Zustand fahren soll und mein guter, netter Bekannter wird anbieten mich nach Hause zu bringen.“
Salome sprach beruhigend auf den Mann ein und er dachte, dass diese Frau wirklich schnell auf unerwartete Situationen reagieren konnte.

Alle anwesenden Männer sahen sie an als wäre sie ein Auto aus Transformers das sich gerade in eine Roboter-Frau verwandelt hatte.

 

„Was geht denn hier vor?“ rief Kevin verzweifelt und wütend über seinen Kontrollverlust.

„Ich bin Salome, das können Sie aber meinetwegen sofort wieder vergessen. Ich war heute Abend, nun ja, ein wenig wild drauf und diese Männer haben mich sozusagen vor mir selbst beschützt. Sie trifft keine Schuld, genauso wenig wie Sie Mister. Sie wissen doch sicher wie oft und wie sehr Männer unter den Stimmungsschwankungen von Frauen leiden müssen.“
Salome lächelte sanft und erblickte einen Ring an seinem Finger.

„Wie gesagt, ich kann Ihnen Autogramme besorgen für ihre Freundin und dann gehen Sie nach Hause und sagen sich, dass Sie mich nie wieder sehen wollen.“

Ihre Stimme war hypnotisierend und er nickte dümmlich.

„Geben Sie mir diesen Block bitte.“ Schnurrte sie, griff ihn sich, riss die Seite raus auf der geschrieben stand, dass eine junge Frau von 3 Männern entführt worden war und reichte den Block den Männern.

„Unterschreiben und Mund halten.“ Sagte sie schneidend und gab den Block dann zurück.

„Wenn Sie jemals jemand fragt, dann sagen Sie, dass sie die 3 zufällig getroffen haben als sie sich einen Kaffee holen wollten nach dem Einsatz. Sie wissen schon Gala, Glück und geschmeidige Stille?“

Er nickte erneut und steckte den Block ein.

„Hier, kaufen Sie sich einen Kaffee. Ich denke es wäre für jeden Einzelnen von uns sehr peinlich wenn jemand erfahren würde wie Ihr erster Einsatz gelaufen ist, nicht wahr?“

Sie legte ihm erneut die Hand auf die Schulter und er sah in ihre dunklen, sternengleichen Augen als sie ihm Kleingeld zusteckte.

„Miss Sie sind eine Hexe und ich glaube Ihnen wenn Sie mir sagen, dass ihr…Bekannter Sie nur schützen wollte. Danke für das Autogramm und auch wenn Sie eine wahre Schönheit sind, hoffe ich Ihr Gesicht nie wieder sehen zu müssen.“

„Grüßen Sie George von mir.“ Fügte sie bedeutungsschwer hinzu.

Gott, sie kannte seinen Vorgesetzten, und er glaubte, dass sie ihn wirklich kannte und deshalb würde er niemals ein Wort über diesen Einsatz verlieren.

„Lieber nicht Miss.“ Wisperte er also, tippte sich an die Mütze und verschwand in seinem Wagen.

„Lasst uns nach Hause gehen, ich will heute nacktes Fleisch sehen.“ Grinste Salome und schob Richard, welcher sie paralysiert anstarrte, grinsend weiter.


 






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